Hefepilze und Fäkalbakterien: Ekelalarm in der Spülmaschine | Marktcheck SWR

Spülmaschinen bieten so manchem ekligen Keim einen idealen Lebensraum. Doch wie hoch ist die Belastung? Gelangen die Keime auch aufs Geschirr? Und wir wird man sie los?

Dieses Video ist eine Auskopplung aus der Sendung vom 22. September 2020, siehe https://youtu.be/Z-aB3aPXTrM
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Ein verdrecktes Sieb, Schleim an den Gummidichtungen: So sieht es in vielen Spülmaschinen aus. Stecken da Keime drin und landen die auf unserem Geschirr?

Wir wollen wissen, wie sauber Maschine und Geschirr nach dem Spülen sind und nehmen von den Spülmaschinen von 25 Verbrauchern und Redaktionskollegen von den Außenwänden der Maschine, vom Geschirr selbst und vom sogenannten Spülmaschinensumpf. Dazu notieren wir noch, wie alt die Spülmaschine ist und wie oft sie benutzt wird.

Die Keimproben werden an der Hochschule Rhein-Waal untersucht. Und überraschenderweise hat sich nach ein paar Tagen im Brutschrank ordentlich was getan auf den Keimplatten, obwohl wir haben die Proben ja direkt nach dem Spülgang genommen haben.

Mikrobiologe Ralf Lucassen bestimmt die Keime, also Bakterien und Pilze und zählt sie aus. Und in den von uns untersuchten Spülmaschinen finden sich: Hefepilze, Bakterien und darunter sogar Fäkalkeime, die E-Coli-Bakterien.

Für Laborleiter Dirk Bockmühl ist das keine Überraschung.

Prof. Dirk Bockmühl, Hochschule Rhein-Waal:
„Die Spülmaschine ist wie alle wasserführenden Systeme eigentlich nicht so schlecht geeignet, das Bakterien und Pilze in ihr wachsen, weil das ist schön feucht und es ist warm.“

Doch woher kommen die Bakterien und Pilze in der Spülmaschine?
Offenbar sind sie so hartnäckig, dass sie einen Spülgang überleben.
Das Ergebnis ist eindeutig: Bei fast allen getesteten Maschinen ist die Quelle der Pumpensumpf

Prof. Dirk Bockmühl, Hochschule Rhein-Waal:
„Was mich ein bisschen überrascht hat, ist doch die relativ hohe Keimbelastung im Pumpen-Sumpf, weil die Proben ja sehr bald nach dem Spülen genommen worden sind. Also das fand ich interessant und da schon 10 hoch 7 zu haben. Die meisten oder ein Großteil der Proben war allerdings auch sehr trübe.“

Die Innenwände der Maschine und das Geschirr selbst sind weniger belastet. Auch wenn es hier Unterschiede gibt.

Prof. Dirk Bockmühl, Hochschule Rhein-Waal:
„Wir haben in der Tat in einigen Maschinen eine etwas höhere Keimzahl gefunden als in anderen Maschinen und die Frage war natürlich, woher kommt das? Die Ursache ist sehr wahrscheinlich nicht die Maschine selbst, sondern eher das falsche Einräumen. Man muss sich vorstellen, also wenn ich das Geschirr zum Beispiel sehr kompakt einräume, also übereinanderstapel, da kann natürlich das Geschirr nicht richtig sauber werden und dann werden auch die Bakterien nicht entfernt. Das heißt für ein hygienisch gutes Ergebnis ist es auch wichtig die Maschine nicht zu voll zu machen.“

Wie alt die Spülmaschine ist, welches Programm benutzt oder wie oft gespült wird, scheint egal zu sein. Entscheidend ist hingegen das richtige Einräumen.

Prof. Dirk Bockmühl, Hochschule Rhein-Waal:
„Hier auf jeden Fall würde ich gucken, dass das Besteck mit der Klinge oder mit den Zinken nach oben weisst, dann kann man tatsächlich vermeiden sehr viele Gabeln zu Beispiel zusammen in ein Fach zu tun, weil wenn die so ein bisschen gemixt sind dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die wieder sehr nah aneinander sind. Und nicht vernünftig gespült werden. Und: hier oben haben wir natürlich den klassischen Stapelfehler, also das kann man hier nochmal sehr gut sehen. Hier ist der Sprüharm, das Wasser geht nach oben und das würde natürlich jetzt Mühe haben durch diese Tasse die Schüssel auch noch sauber zu machen. Die würde man dann an den Rand tun.“

Aber wie keimbelastet ist das Geschirr unserer Probanden? Gelangen Bakterien und Pilze aus dem Pumpensumpf auch auf Teller, Tassen und Besteck?

Prof. Dirk Bockmühl, Hochschule Rhein-Waal:
„Also wir haben einmal geschaut an den Wänden und auf dem Geschirr. Das ist durchaus vergleichbar, einmal mit dem Unterschied, dass das Geschirr vorher schmutzig war und die Wände nicht, aber insgesamt kann man da sehr schön sehen, was ist sozusagen nach dem Spülen übrig geblieben und da haben wir insgesamt eine sehr, sehr geringe Zahl an Bakterien, aber auch Pilzen gefunden.“

Gute Nachrichten für unsere Probanden also.

Bildquelle: imago mages / Jochen Tack
#Spuelmaschine #Geschirrspueler #Faekalbakterien




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