US-VORWAHLEN: Biden siegt wieder bei US-Vorwahlen – Sanders unter Druck

Nach weiteren Niederlagen bei den US-Vorwahlen am Dienstag wächst der Druck auf Bernie Sanders, aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten auszusteigen. Nicht nur, weil sein Rivale Joe Biden mit Siegen in Florida, Arizona und Illinois bereits nahezu uneinholbar scheint, sondern vor allem auch wegen der Coronakrise.

Denn aus Sorge vor einer Ausbreitung des Virus wurden die kommenden Vorwahlen verschoben, sodass voraussichtlich frühestens im April wieder in einigen Staaten gewählt wird und die Demokraten in dieser ohnehin alles umschlingenden Krise noch wochenlang Ungewissheit haben würden, wer für sie gegen US-Präsident Donald Trump antritt.

In einer Botschaft an seine Anhänger ging Sanders nicht auf seine weiteren Pläne ein. Nach Angaben aus seinem Umfeld rief er Biden am Dienstag auch nicht an, um über einen möglichen Rückzug zu sprechen. Biden allerdings klang so, als wäre die Vorwahl bereits entschieden. Sanders und seine Anhänger hätten mit bemerkenswerter Leidenschaft und Hartnäckigkeit für Themen wie bezahlbare Gesundheitsversorgung und Maßnahmen gegen den Klimawandel gekämpft, sagte Biden in einem Livestream. «Deshalb lasst mich den jungen Wählern, die von Senator Sanders inspiriert wurden, sagen: Ich habe euch verstanden.»

Nach Wählererhebungen der Nachrichtenagentur AP sind es in erster Linie die jungen Demokraten, die sich für Sanders revolutionären Kurs begeistern können. Bei anderen Kernwählerschichten der Demokraten wie Afroamerikanerinnen und auch bei Latinos, die Sanders unter anderem in Florida und Nevada noch zum Sieg verholfen hatten, konnte Biden nun punkten.

Für Sanders wird es schwer, den Rückstand noch irgendwie aufzuholen. Und wann wieder eine Vorwahl abgehalten wird, ist ohnehin unklar. Neben Ohio haben auch Louisiana, Georgia, Kentucky und Maryland ihre Vorwahlen verschoben. Damit wäre der nächste Termin dann am 29. März in Puerto Rico, aber dort will man ebenfalls verschieben. In der Zwischenzeit findet der Wahlkampf wegen des Coronavirus weitgehend virtuell statt und Sanders kann nicht mehr auf die riesigen Menschenmassen setzen, die bisher seine Wahlkampfveranstaltungen besucht haben.

Ob der Senator aus Vermont den Rufen nach seiner Aufgabe trotz all dieser ungünstigen Vorzeichen so bald nachkommen wird, ist aber unklar. Nach Angaben aus seinem Umfeld sieht er die Coronakrise auch als Chance dafür, dass die politische Landschaft sich ändern und dass gerade in Corona-Zeiten die von ihm versprochene Krankenversicherung für alle viele Amerikaner in sein Lager treiben könnte.

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Video 2020 erstellt




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