Während Hirn-Operation: Londoner Patientin spielt Geige im OP

Während einer Hirn-OP am King’s College Hospital in London wurde die Patientin Dagmar Turner aufgeweckt – um auf der Geige zu spielen. Gleichzeitig entfernten die Ärzte einen Tumor aus ihrem Gehirn. Die Neurochirurgen konnten dabei sehen, welche Gehirnbereiche während des Spielens aktiv sind und so vermeiden, diese zu verletzten. Hauptziel dieser besonderen Operation: Die Profimusikerin sollte auch nach der OP weiter Geige spielen können. Bei der Musikerin wurde 2013 ein großer Gehirntumor diagnostiziert, nachdem sie während einer Symphonie-Aufführung einen Anfall erlitten hatte. Trotz Strahlentherapie wuchs der Tumor im Frontallappen ihres Gehirns weiter – nah an einem Bereich, der die Feinmotorik ihrer linken Hand steuert.

Turner hatte Angst, nach einer Operation nicht mehr spielen zu können. Neurochirurg Keyoumars Ashkan wollte ihre musikalischen Fähigkeiten retten. Der Hirntumorspezialist hat einen Abschluss in Musik und spielt selbst Piano. „Wir haben es geschafft, über 90 Prozent des Tumors zu entfernen, einschließlich aller Bereiche, die der aggressiven Aktivität verdächtig sind, während wir die volle Funktion in ihrer linken Hand behalten“, sagte Ashkan nach der Operation. Turner, die im Isle of Wight Symphony Orchestra spielt, fügte hinzu: „Die Geige ist meine Leidenschaft. Ich spiele seit meinem zehnten Lebensjahr. Der Gedanke, meine Spielfähigkeit zu verlieren, war herzzerreißend.“

Das King’s College Hospital führt jedes Jahr rund 400 Operationen durch, um Hirntumore zu entfernen, und weckt häufig Patienten, um Sprachtests durchzuführen.




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