BUND fordert Exportverbot für in Europa verbotene Pestizide

Bienen, Käfer und Schmetterlinge gibt es künftig wahrscheinlich nicht mehr in der Vielfalt, wie wir sie heute kennen. Und: Die Zahl der Insekten nimmt weltweit ab. Dabei spielen Insekten eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie bestäuben Pflanzen, lockern Böden und beseitigen Laub. Inwieweit die industrielle Landwirtschaft für das Insektensterben verantwortlich ist, erklärt der aktuelle Insekten-Atlas, der heute von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin vorgestellt wurde.

BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung fordern angesichts des Insektensterbens, den Export von in Europa verbotenen Pestiziden in andere Regionen der Welt zu verbieten. Dabei gehe es um Mittel, die aufgrund ihrer gesundheitsschädlichen oder gravierenden ökologischen Wirkung nicht mehr zugelassen sind.

„In der EU längst verbotene oder nicht mehr lizenzierte Pestizide der großen Chemieunternehmen wie Bayer und BASF werden global weiterhin fast unbeschränkt gehandelt“, sagte Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Das führe dazu, dass zum Beispiel in Kenia fast 50 Prozent der ausgebrachten Pestizide hochgiftig für Bienen seien. Das gelte auch für andere Regionen der Erde: „Der globale Schwund von Insekten ist dramatisch. Ursache Nummer eins ist die industrielle Landwirtschaft“, sagte Unmüßig. Demnach ist die Menge der weltweit eingesetzten Pestizide seit 1950 um das Fünfzigfache gestiegen.




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