Kein „Greta-Effekt“ bei Flügen

Trotz anhaltender Proteste und Diskussionen rund um den Klimaschutz spüren große Fluggesellschaften keine Auswirkungen auf ihre Buchungszahlen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr konnte nicht feststellen, dass die Kunden sich durch die derzeitige Klimaschutz-Debatte zurückhalten würden. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall, sagte Spohr in einem Interview der „Neuen Züricher Zeitung am Sonntag“ (NZZ) auf die Frage nach einem „Greta-Effekt“.
Damit wird auf die schwedische Schülerin Greta Thunberg angespielt, die mit ihren Protesten die jüngste Klimaschutzbewegung angestoßen hat. Doch Spohr erwartet für die gesamte Lufthansa-Gruppe 2019 einen Passagierzuwachs von rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch der Billigflieger Easyjet verzeichnet trotz der Debatte ums Klima keine Rückgänge bei den Buchungen. „Wir schauen im Gesamtjahr auf rund 90 Millionen Passagiere und erwarten auch in diesem Jahr erneut Wachstum“, sagte Deutschland-Chef Stephan Erler.

Dennoch scheint die Bereitschaft der Menschen zuzunehmen, etwas für den Klimaschutz zu tun. Die Klimaschutzorganisation „Atmosfair“ vermeldete jüngst, 2018 seien 9,5 Millionen Euro Ausgleichszahlungen bei der Organisation eingegangen, 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Und für das erste Halbjahr 2019 registrierten die Klimaschützer gar eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 7,5 Millionen Euro. Dabei müsse man beachten, dass die flugstarken Monate erst noch kämen, teilte ein Sprecher mit.

„Atmosfair“ ist einer von mehreren Anbietern, bei denen man Flüge, Kreuzfahrten und anderes „kompensieren“ kann, indem man Geld spendet. Damit werden Projekte etwa zum Energiesparen oder zur Erzeugung von Ökostrom gefördert. Andere Anbieter sind Klima-Kollekte, Primaklima, Myclimate, ClimatePartner, Klimamanufaktur oder Arktik.




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