Tödlicher Unfall: Polizist konfrontiert Gaffer mit der Realität

Nach einem tödlichen Unfall auf der A6 in Bayern ist es auf der Gegenfahrbahn wegen etlicher Schaulustiger zu einem kilometerlangen Stau gekommen. Lkw-Fahrer filmten die Unfallstelle mit ihrem Handy.
Da platzte dem Einsatzleiter der Verkehrspolizei, Stefan Pfeiffer, der Kragen. Er ging auf die mit dem Handy filmenden Fahrer zu und forderte diese auf, auszusteigen und mit ihm zur Leiche zu gehen: „Sie wollen tote Menschen sehen? Fotos machen? (…) Schämen sollten Sie sich“, sagte Pfeiffer zu den Gaffern.
Für seine Aktion wird Stefan Pfeiffer in den Sozialen Netzwerken gefeiert. Ein Facebook-User forderte den Bayerischen Verdienstorden für den Mann von der Verkehrspolizei Feucht, ein anderer gar das Bundesverdienstkreuz. Viele wünschen ihm eine Beförderung. Andere halten auch die Aktion des Polizisten für pietätlos und übertrieben.
Bayerns Innenminister Herrmann stärkt dem Polizisten den Rücken. Er sagte, das Vorgehen sei legitim.
Die Debatte über härtere Strafen wird durch das Video weiter befeuert. Die Politik befasst sich seit längerem mit dem Thema. Erst am vergangenen Freitag forderte der Bundesrat den Bundestag auf, strengere Gesetze gegen Schaulustige einzuführen.
Bei dem Unfall am Dienstag war ein 47-jähriger Lkw-Fahrer mit seinem Sattelzug aus noch ungeklärter Ursache auf einen langsamer fahrenden Sattelzug aufgefahren. Durch die Wucht der Kollision wurde dieser auf einen weiteren, vor ihm fahrenden Lkw geschoben. Der Unfallverursacher verstarb noch an der Unfallstelle.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.br.de/nachrichten/bayern/positive-reaktionen-auf-emotionalen-umgang-mit-gaffern,RRCaJBg




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